Montag, 16. Juni 2025 Radtour bis Mühldorf und Zugfahrt nach Fürstenfeldbruck
Waldkraiburg - Mühldorf am Inn: 16 km + 5 km Strecke Maisach nach FFB
Rad Gesamtstrecke: 2336 Kilometer mit 18890 Höhenmeter
Sonntag, 15. Juni 2025 31. Radltag
Flintsbach - Waldkraiburg: 85 km, 390 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "City Hotel"
Wetter: 31 Grad, sonnig, 19 km/h Nordwestwind
Deshalb geht es in Windeseile auf dem Innradweg weiter.
Direkt am Radweg passieren wir einen schönen sauberen Badesee, den Neubeuerer See. Das können wir natürlich nicht auslassen und springen in die Fluten.
Wir treffen eine Radlgruppe von älteren Einheimischen. Sie klären uns auf, dass der Wind hier regelmäßig am Vormittag von Nordwesten weht und mittags dreht. Das ist die Aufforderung zum Aufbruch.
Der Innradweg wird nun nach und nach langweiliger. Der Fluss fließt grau in grau dahin. Im Kiesweg auf der Dammkrone schwimmen unsere Räder und es ist sehr heiß, da jeglicher Schatten fehlt. Wir wechseln vom Radweg auf eine schmale geteerte Strasse. Rechts fließt der Hammerbach, der vor einigen Jahren renaturiert wurde und von vielen kleinen weißen Blüten bewachsen ist. Viele dunkelblaue Libellen haben hier einen Lebensraum gefunden.
Und wir passieren den nächsten Badesee (den Waldsee). Es ist mittlerweile sehr heiß geworden und wir freuen uns über eine Abkühlung.
Am benachbarten Fluss springen die Jugendlichen von der Brücke mit und ohne Salto ins Wasser. Andere lassen sich im Wasser treiben und gehen nach ein paar hundert Meter wieder an Land.
Unsere nächste Station ist Rosenheim, die durch Film und Fernsehen weit über ihre Grenzen hinaus bekannt geworden ist. Wir treffen allerdings keine Rosenheimcops sondern gönnen uns in der Innenstadt ein Weißwurstfrühstück.
Ab hier zeigt sich unsere Radstrecke von ihrer abwechslungsreichen Seite. Es geht steil hinauf zum Kloster Attel, das eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung beherbergt. Der Biergarten ist geöffnet und eine mittelalterliche Folkband spielt mit Dudelsack, Geige, Gitarre und Percussion für die Besucher.
Als nächstes kommen wir durch Wasserburg mit seiner 1000 Jahre alten Stadtmauer und den bunt bemalten Häusern in der Altstadt. Die Stadt wird von drei Seiten vom Inn umschlossen. Überall sitzen die Leute am Wasser.
Von dort geht es am Hochufer des Inns nun steil rauf und runter. Wir passen auf, dass wir nicht versehentlich ins Rutschen kommen und die hohe Böschung hinunterdriften.
Die letzten 10 km fahren wir auf der Straße zu unserem heutigen Ziel: Waldkraiburg.
Samstag, 14. Juni 2025 30. Radltag
Innsbruck - Flintsbach: 104 km, 190 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Gasthof Falkenstein"
Wetter: 31 Grad, sonnig, 9 km/h Nordwind
Christiane fährt mit ihrem Trekkingrad mit leichten Gepäcktaschen ohne Elektromotor.
Nach 20 km gibt es das zweite Frühstück mit Butterbreze und Latte Macchiato. Auch der Magen und die Muskeln wollen aufgeladen werden. Der heutige Radweg führt vorbei an majestätischen, teilweise noch schneeweißen Berggipfeln, die wir ehrfürchtig von unten bestaunen.
Der Imbisswagen Schockers Snack in Kundl bietet eine Art Hot Dog nach Dönerart an, was wir auch nicht auslassen können. Die Inhaberin bietet auch holländische Gerichte an. Ihr Vater ist Niederländer, die Mutter Tirolerin. Mit dem Imbisswagen hat sie sich einen Traum erfüllt. Sie ist Köchin, Bedienung und Kassiererin in einer Person.
Schließlich kommen wir noch an einem Hofladen kurz vor Dornau mit Selbstbedienung vorbei. Hier gibt es Brot, Schinken und Käse aus Eigenproduktion. Man kann sogar mit Karte zahlen. Wir essen Joghurt und ein Bauernhofeis.
Inzwischen ist das Tal weitläufig, so dass wir etwas mehr vom Gegenwind aufgehalten werden. In Deutschland kaufen wir in Kiefersfelden noch etwas Obst ein und legen die letzten Kilometer bis zu unserem Hotel in Flintsbach zurück. Auch hier gibt es im Biergarten noch etwas Gutes zu Essen.
Merkt ihr was ? Heute schreiben wir viel übers Essen und Trinken! Darauf legt Christiane viel Wert… ! Vermutlich hätte sie sonst auch bei der Distanz über 100 km ohne Batterieunterstützung früher schlapp gemacht :-)) Helmut profitiert auch von den geringen Steigungen bzw. vom Gefälle des Innradweges und wechselt erst nach 88 km seine Batterie (das hat es auf seiner ganzen Tour noch nicht gegeben !).
Freitag, 13. Juni 2025
Igls - Innsbruck: 6,5 km
Übernachtung in der Unterkunft: "Hotel Zach"
Wetter: 33 Grad, sonnig
Donnerstag, 12. Juni 2025 29. Radltag
Klausen - Brenner - Igls: 95 km, 1300 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Sporthotel Igls"
Wetter: 31 Grad, sonnig, 11-15 km/h Südwest- später Nordwest Wind
Palermo nach Igls: 2119 km, 18260 hm
Was Helmut gestern im Blog vergessen hat zu erwähnen, ist die markante Sprachgrenze in Südtirol. Der Obstverkäufer aus der Nähe von Bozen begrüßte mich auf deutsch mit den Worten:
„nun haben sie ja die Sprachgrenze überschritten“! Und tatsächlich, nördlich von Bozen hört Helmut fast ausschließlich Unterhaltungen in deutscher Sprache.
Doch nun zurück zum heutigen Tag:
Beide Batterien sind geladen und überprüft, dass sie geladen sind :-)) .
Die Route führt durchs Zentrum von Klausen, wo Marktstände aufgebaut sind. Der Ort ist relativ klein und schwuppdiwupp ist Helmut schon am Fluß Isarco. Isarco? Das ist der italienische Name für den Fluß Eisack! Die Wegbezeichnung EV 7 ist offenbar auch verschwunden - dafür taucht der neue Begriff „MV“ für München-Venedig auf. Egal, das kann man später noch recherchieren.
Fest steht für Helmut, dass er heute bis (fast) nach Innsbruck möchte und die größte Höhe von der ganzen Tour Palermo-München überwinden muss. Schafft er das mit den beiden Akkus ?
Wir werden es sehen… er möchte jedoch auch nicht total kaputt am Brenner ankommen.
Lange Rede kurzer Sinn bzw. große Motorunterstützung und wenig Anstrengung oder schwache Motorunterstützung und große Anstrengung für den Radler. Das sind Probleme, oder? Da kann ein passionierter Rennradler nur drüber lachen…! Aber Helmut möchte „Körner“ sparen, da München noch nicht erreicht ist!
Er entscheidet sich auf der für ihn anspruchsvollen Tagesetappe mit mindestens 35 kg Gepäck für ein Nachladen der Batterie nach 40 km Geländefahrt. Da bietet sich um 12 Uhr die Konditorei Walcher in dem Ort Stilfes an. Bei einer Nussecke als zweites Frühstück kann man nicht bleiben, also gibt es noch ein Croissant dazu und ein Latte Macchiato als Getränk. In Ruhe liest Helmut die Tageszeitung auf seinem Tablet und schon ist es 13 Uhr. Nun wird’s Zeit für die Weiterfahrt !
Helmut ist überrascht, dass die Steigung zum Brenner sehr moderat ausfällt, nur einige Passagen des internationalen Radweges sind über 8 % Anstieg. Das Eisacktal hat sich weit ausgedehnt, sodass es genügend Platz gibt für alle Fortbewegungsmittel.
… und schon taucht der Brenner am Horizont auf, ebenfalls der Rangierbahnhof für Züge und natürlich die Fahrbahnzuweisung vor der Grenze für LKWs und PKWs.
Es gibt für Helmut zwei Belohnungen: das Eis für den geschafften Anstieg und den frischgepressten Orangensaft für den 2 monatigen unfallfreien Aufenthalt in Italien!!
Die Radstrecke in Österreich von der Grenze bis zum heutigen Ziel hat ein angenehmes Gefälle aber weist auch kurze heftige Steigungen auf! Die Akkus halten durch und Helmut auch!
Ein interessanter Radltag geht langsam zu Ende!
Mittwoch, 11. Juni 2025 28. Radltag
Trento - Klausen (Chiusa): 91 km, 470 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Goldener Adler B&B"
Wetter: 30 Grad, sonnig, 9 km/h Südwestwind
Helmut ist begeistert über den schönen Verlauf des Fernradweges. Ungefähr 60 Kilometer führt der Etsch Radweg durch ein breites Tal mit faszinierender Landschaft. Bei Bozen zweigt die Etsch nach Westen ab , sodass der Radweg zum Brenner nun an der Eisack entlang geführt wird.
Helmut hat ein Hotel in Klausen gebucht und wird weitere 30 Kilometer diesem Wildwasserfluß folgen. Das Tal wird deutlich enger, links und rechts ragen hohe Berge auf, weshalb nicht nur die Autos sondern auch die Fahrräder durch einige Tunnel geführt werden.
Der EV7 verläuft auf einer alten Bahntrasse, die bis 2007 von der Brennerbahn genutzt wurde. 1867 war es eine Meisterleistung in der Errichtung dieser Zugstrecke, nicht zuletzt deshalb, weil sich dieses Bauwerk sehr geschmeidig in die Landschaft einfügt und Innsbruck mit Bozen verbindet. Die Infotafel erklärt, dass dadurch der Fremdenverkehr und die Wirtschaft in Südtirol angekurbelt wurde.
Aber zurück zu Helmuts Tagestour. Die Überraschung war groß, als er beim Wechsel der Batterie entdeckt, dass die zweite Batterie aus der Packtasche ebenfalls leer war :-))
Ganz schön schusselig, aber halb so schlimm, weil eine Firma in der Nähe eine Steckdose zum Batterieladen bereitstellt und dazu noch zur Überbrückung der Zeit die Kantine ein Essen für Helmut parat hat !
Dienstag, 10. Juni 2025 27. Radltag
Peschiera - Trento: 100 km, 520 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "B&B Trento Nord"
Wetter: 28 Grad, sonnig, 7 km/h Südwestwind
Montag, 9. Juni 2025 Ruhetag in Peschiera am Gardasee
2. Übernachtung in der Unterkunft: "Hotel Campanello"
Die kommenden Tage sehen nach jetziger Planung folgendermaßen aus:
Sonntag, 8. Juni 2025 26. Radltag
Sermide - Peschiera : 105 km, 260 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Hotel Campanello"
Wetter: 29 Grad, sonnig, 19km/h Westwind
Heute ist Pfingstsonntag, der in Italien, außer in Südtirol, KEIN offizieller Feiertag ist!
Helmut ist früh aus dem Bett gefallen, frühstückt noch fürstlich in seinem gutshofmäßigen Quartier und geht auf die „Piste“ um 8:10 Uhr !
Er möchte sich auf halber Strecke zum Gardasee den Ort Mantova anschauen und hat somit eine Strecke von ca 105 km vor sich.
Der Weg auf dem EV 8 führt parallel zum Fluß PO oben auf dem Deich entlang. Dort bestätigt sich die vorab eingeholte Info, dass der Asphalt in einem sehr guten Zustand ist und man von der Deichkrone aus einen guten Überblick auf den Fluß und die Umgebung hat.
Kennt ihr das Kinderlied mit den Elefanten? Links die Bäume, rechts die Bäume… so ist es nicht ganz! Es gibt sehr viele Anpflanzungen von Pappeln auf linker und rechter Seite aber natürlich auch Baum Altbestände, dazwischen liegen einige Maisfelder und abgeerntete Getreidefelder und natürlich radelt man ab und zu an einem Dorf mit Kirche vorbei !
Helmut genießt das schöne Wetter, den guten Asphalt :-) und gibt dank der vollen Batterie und dem S-Pedelec ordentlich Gas! Sonntag ist auch der Ausflugstag für Italiener. Man sieht viele Familien, Sportler und natürlich Radreisende! Zur Mittagszeit hat Helmut mit 17 km/h Gegenwind zu tun… aber wen kümmert es, wenn es der Batterie (noch) gut geht!
Den etwas größeren Ort Revere lässt er vorbeirauschen. Pieve di Coreano bleibt auch links liegen. Richtig toll sind fest installierte Tische und Bänke für EV-Reisende und Ortsansässige oben am Deich.
Bei Kilometerstand 27 schwillt der Fluß PO aufs Doppelte an (nicht der von Helmut!) . Es kommen plötzlich Flüsse und Kanäle zusammen und ab km 31 stößt man zusätzlich auf den EV 7, der eine zeitlang mit dem EV 8 zusammengeführt wird.
Die Landschaft verändert sich allmählich, kurzzeitig muß Helmut die Straße benutzen und sieht eine überfahrene größere Schildkröte - kein schöner Anblick! Helmut hat schon längst den Turbo-Modus eingeschaltet und muß deshalb bei etwas mehr als km 50 einen Batteriewechselstopp einlegen.
Endlich erscheint Mantova im Hintergrund, wo eine einstündige Pause zum Essen und Batterieladen eingeplant ist (sicher ist sicher!). Mantova wird im Internet als Juwel am Wasser und Zeuge der Renaissance angepriesen. Und tatsächlich, der Ort ist umgeben von mehreren Seen, die vom Fluß Mincio gespeist werden. Es gibt so viele tolle Bauwerke, Museen und schöne Plätze, das drei Besichtigungstage gerade ausreichen. Helmut genießt die interessante Architektur im Vorbeiflug und bestellt nahe des Marktplatzes im Restaurant einen gemischten Salat - das Rad stellt er neben sich unter den Arkaden ab (sicher ist sicher bei den vielen Menschen in der Stadt). Die Batterie freut sich über die Nachladung und Helmut nach dem Essen … auf eine Toilette. Unterwegs ist das immer ein Thema …, vor allem, wenn man viele Kirschen gegessen hat :-))
Doch ab 14 Uhr gehts weiter zum Gardasee, wieder auf dem EV 7 (der achter hat sich verabschiedet und ist dem PO treu geblieben, der nach Cremona und Pavia abgebogen ist. Bei km 77 sieht Helmut ein altes Wasserkraftwerk mit „offener“ Technik (siehe Video) und legt noch eine Pause an einer Wassertreppe bei ca km 90 ein (Eisbelohnung!)
Bei km 95 plagen sich Helfer beim Abernten eines Zucchinifeldes und …. schwupp di wupp taucht bei km 105 der Gardasee auf!
Das Hotel ist schnell gefunden (Christiane war mit Helmut am 14.4. bei schrecklichem Wetter schon in unmittelbarer Nähe von diesem Quartier). Nun noch ein erfrischendes Bad und ein nettes Gespräch mit „Einheimischen“, die in diesem Gebiet "gefühlt" in der Minderheit sind :-))
FOTOS wurden ergänzt für den 6.6.25!
Samstag, 7. Juni 2025 25. Radltag
Sasso Marconi - Sermide : 86 km, 130 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Villa Schiavi"
Wetter: 31 Grad, sonnig
Freitag, 6. Juni 2025 24. Radltag
Florenz - Sasso Marconi: 101 km, 1270 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Hotel Ca Vecchia"
Wetter: 28 Grad, sonnig, z.T leicht bewölkt
Im Vormittagsverkehr geht es erstaunlich schnell durch Florenz .
Komoot hat sogar einige Radwege gefunden, die Helmut gerne benutzt. Heute ist Freitag und einige Moslems, die festtagsmässig gekleidet sind, machen sich auf den Weg in die Moschee.
Im Norden von Florenz wird der Verkehr stärker und obwohl eine Autobahn parallel zur Nationalstrasse führt, möchten einige Autofahrer sich offenbar diese Gebühr sparen.
Solange die PKWs und Motorräder an Helmut vorbeizischen oder mit ihm im Kurzstau stehen, ist alles harmlos. Unangenehmer ist der Schwerverkehr, weshalb es eine Erlösung ist, endlich die Gebirgsregion ab 35 geradelten Kilometern zu erreichen. Diese kleinen Bergstrassen , die das Routingsystem vorschlägt, sind für LKWs zu mühsam zu nehmen und vermutlich auch für 40 Tonner verboten - für Helmut sind sie ideal und führen durch eine Landschaft mit grandioser Aussicht. Hier gibt es auch einige Fernradler und Wanderer zu sehen.
Der Akku muß schon nach 44 km ausgewechselt werden, da aber die Anstiege nach 60 Kilometern aufhören und die restliche Tagesetappe bergab führt, ist Entspannung für die „Stromversorgung des Motors“ angesagt.
Eigentlich lädt ein Kurzstopp am See Bilancino zu einem Bad ein, doch verzichtet Helmut aufs kühle Nass und möchte lieber vor 18 Uhr die neue Unterkunft erreichen.
Eine Esspause wird im kleinen Bergdorf Vernio eingelegt ( wann hat man schon mal einen Wasserhahn neben einer Sitzbank im Schatten? ) und beim zweiten Halt in Rioveggio gibt es das obligatorische Eis zur Belohnung für die fast bewältigte Strecke!
Donnerstag, 5. Juni 2025
Spaziergang durch Florenz
2. Übernachtung in der Unterkunft: "Camping HU Firenze"
Wetter: 30 Grad, sonnig, nachmittags teilweise bewölkt
Doch es gibt kein Pardon! In der Innenstadt kann man vor vielen Touristen fast kein Schritt vor dem anderen setzen! Trotzdem kämpft sich Helmut "tapfer" durch die Menschenmengen und landet irgendwann am Arno und der Ponte Vecchio, dem Wahrzeichen von Florenz.
Dort steigt er in den Bus zurück zum Campingplatz und springt, als ein Friseurladen an der Durchfahrtsstrasse auftaucht, sofort wieder raus. Heute oder nie! Helmut lässt sich in den Barbierstuhl fallen und erträgt die "Behandlung" ohne Proteste!
Morgen gehts früh auf den Drahtesel auf die erste? 100 km Etappe in Richtung Gardasee.
Mittwoch, 4. Juni 2025 23. Radltag
Montagnano - Florenz: 82 km, 740 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Camping HU Firenze"
Wetter: 30 Grad, sonnig
Dienstag, 3. Juni 2025
Montagnano: Weiterreise planen und Sachen packen, Verlustmeldung aufgeben in Arezzo
3. Übernachtung in der Unterkunft: "Casa Sossi"
Wetter: 30 Grad, sonnig
Montag, 2. Juni 2025
Montagnano: Ruhetag für Helmut, Ausflugstag mit dem Rad nach Arezzo für René
2. Übernachtung in der Unterkunft: "Casa Sossi"
Wetter: 29 Grad, sonnig
René radelt nach Arezzo und macht dort Sightseeing.
Es sind nur 18 km, die meiste Zeit auf einem Pfad am Fluss entlang. René genießt die Natur, ein sattes Grün, und die Vögel singen ihre Melodien! Kaum zu glauben, dass früher den Singvögeln mit Leimruten und Netzen nachgestellt worden ist - das ist hoffentlich vorbei!
In Arezzo hat er Glück: Es findet der monatliche größte Antiquitätenmarkt Italiens statt. Bücher, Porzellan, Möbel, Kunst und Schmuck usw. suchen Käufer. Viele Einheimische ziehen sich festlich in altem Stil an. In mehreren Straßen stehen die Stände dicht an dicht, aber viel wertvoller als unsere Flohmärkte.
Es gibt wohl einen Bekleidungs-Wettbewerb mit Preisen, auch viele Kinder sind herausgeputzt! René besucht die Burg der Medici aus dem ausgehenden Mittelalter. Als "Senior" hat man Glück, man zahlt nur 2 € statt 5! Oben auf der Festung gibt es außer René nur noch Eidechsen! Man kann weit die Landschaft übersehen. Unten liegt ein alter Friedhof mit Häusern und mit "Fenstern", in die die Särge geschoben werden, vorn stehen die Daten und oft Blumen der Angehörigen. Es gibt mehrere "Häuserreihen" mit hunderten Fenstern.
Das Fahrrad ist WEG!!!! Geklaut! Nicht mehr da! Rene findet nur noch die Hälften von einem durchgeflexten Kettenglied! Was nun? Er wendet sich an zwei hilfsbereite Ortspolizisten, die ihm nur sagen können, dass die Polizei Municipale erst morgen wieder aufhat, heute ist Feiertag!
Unser Gastgeber ist so nett und holt René in Arezzo mit dem Auto ab. Morgen fährt er mit uns zur Polizei, aber wir haben keine Hoffnung.
Ein neues Fahrrad in Italien kaufen? Dann fehlen Teile für die Packtaschen vorn usw.
DAS heißt: René fährt mit dem Zug nach Hause, Helmut möchte die Reise zu Ende bringen und will allein weiter. Wir sind traurig und enttäuscht, aber zum Glück sind wir gesund. Mal sehen, was der Tag morgen bringt!
René bedankt sich bei all den interessierten Lesern und Leserinnen! Helmut wird den Blog in Kurzfassung fortsetzen...
Sonntag, 1. Juni 2025 22. Radltag
Lago di Bolsena - Montagnano: 77 km, 800 hm (plus 46 Zugkilometer)
Übernachtung in der Unterkunft: "Casa Sossi"
Wetter: 31 Grad, sonnig
Das ist schon eine dolle Strecke! Die Berge sind zum Teil eine gnadenlose Herausforderung, manchmal geht es über eine lange Strecke nach oben mit 7-10 Prozent. Da entschädigen auch die bergab Fahrten (30 - 40 km/h = bremsen!) nicht. Komoot hatte gestern eine 6 km Sandwegstrecke mit Kies und vielen Löchern (auf dem EV 7!) im Programm, mit manchmal heruntergekommenem Asphalt zum Slalomfahren auf der heutigen Strecke (Straßenabsackung)!
Unsere gestrige Unterkunft in Civita Castellana haben wir uns mühsam verdient. Schlaue Menschen wissen, dass der Name mit einer Burg hoch oben zu tun hat!
Der Weg zum Lago di Bolsena sollte eigentlich immer nach unten gehen - zu Anfang, und dann quälen wir uns doch etliche Höhenmeter wieder nach oben. Wir bekommen einen Zeltplatz direkt am Ufer, leider auch direkt an der Straße mit lautem Gerede und kreischenden kleinen Motorrädern bis weit nach Mitternacht.
Wir haben sehr hilfsbereite Nachbarn aus Bremerhaven, und besonders René hat einen Klönabend. Der nächste Tag beginnt mit einem Bad im gar nicht kalten See.
In Italien ist Feiertag am Montag, den 2. Juni; es gibt keine preiswerten Unterkünfte, erst sehr weit weg, noch 47 km zu den 70 bisher, und es ist schon fast 16 Uhr! Da hilft uns ausnahmsweise die Bahn bis nach Castiglioni Fiorentino. Dann noch 13 km bis Montagnano zu unserer Unterkunft - keiner ist da, kein Schlüsseltresor! :((
Samstag, 31. Mai 2025 21. Radltag
Civita Castellana - Lago di Bolsena: 98 km, 1370 hm (- 160 hm Bergbahn Orvieto)
Übernachtung : "Camping il Lago" - Unsere erste Zeltbenutzung !!
Wetter: 31 Grad, sonnig
Dieser Tag ist im Bericht vom 1. Juni integriert!
Freitag, 30. Mai 2025 20. Radltag
Rom - Civita Castellana: 71 km, 810 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Old Town House La Corte"
Wetter: 31 Grad, sonnig
Recht schnell erreichen wir den Tiber und fahren an seinem Ufer entlang. Dabei begegnen uns noch viele antike Überreste, Aquädukte und schöne und gewaltige Bauwerke der letzten Jahrhunderte.
Unten am Ufer gibt es einen Radweg; leider führt nur eine sehr lange Treppe nach unten - die nehmen wir trotzdem und kommen heil unten an.
Am Ufer liegen viele Hausboote, mit langen Stangen an zwei „Regentonnen“ befestigt, die wiederum an senkrechten Schienen auf- und abwärts gleiten können, um dem Wasserstand zu folgen.
Auf dem Wasser gibt es einige Ruderer und Ruderclubs. Der Tiber führt Niedrigwasser, das erklärt wohl den fehlenden Schiffsverkehr. Links und rechts wird es immer ländlicher mit Wein- und Olivenplantagen. Weit hinten sehen wir riesige Hochhaussiedlungen, und dann kommen wir durch Vororte, wo die wohlhabenden Bürger ihre Villen haben, sehr nett anzusehen!
Wir müssen uns von dem Fluss und dem hier gut erneuerten Radweg verabschieden. Unser Weg führt weiter auf einer Landstraße, von hier in kleinere Straßen. Der Höhepunkt: 15% Steigung auf über 100 m Länge. Mit Anlauf schaffen wir’s gerade 20 Meter, dann heißt es Schieben! Wir kommen viele Kilometer durch richtiges Bergland, lange bergab, dass die Hände vom Bremsen schmerzen, dann ewig bergauf (11 % sind noch zu schaffen!). Eine Pause mit einem leckeren Eis (kostet hier nur 3 statt 5 -7 € in Rom) bringt neue Kräfte, aber wir suchen uns absehbar eine neue Unterkunft. Die finden wir in Civita Castellana, und, wie der Name schon sagt, gaaanz weit oben auf dem Felsenplateau. Es geht also nochmal steil nach oben, und so kommen wir heute auf gut 810 Höhenmeter!
Donnerstag, 29. Mai 2025
2. Besichtigungstag Rom
3. Übernachtung in der Unterkunft: "La Casita"
Wetter: 30 Grad, sonnig
Heute? Bus Hop on - Hop off, eine Rundtour mit dem Bus buchen, mit dem Rad durchsVerkehrsgewühl? Wir planen eine Route, wo wir mit der Metro und zu Fuß viel sehen können. Helmut schließt sich Renés Wünschen an, da er ja erst kürzlich (im März) hier war.
Zuerst geht es mit der Metro zum Kolosseum, das ist von außen schon sehenswert. Es wurde 80 n.C. von Kaiser Titus eröffnet und war das größte weltweit. Das "Volk" wurde hier mit "panem et circenses = Brot und Spiele " erfreut. Es gab die bekannten blutigen Gladiatorenkämpfe oder mit wilden Tieren, gestellte Seeschlachten usw. Das Kolosseum bot unglaublichen Platz für 70.000 Zuschauer! Gleich daneben steht der Triumphbogen, der 312 n.C. erbaut worden ist. Wir gehen hoch zum Forum Romanum. Hier wurde in Hallen, Tempeln und Plätzen Politik und Geschäfte gemacht. Reste der Bauten sind erhalten. Ärgerlich ist, dass zusätzlich an den beiderseitigen Zäunen auch noch kleinmaschige Gitter angebracht worden sind, um auch das Fotografieren zu verhindern.
Unser Rundgang geht über das Kapitol, den begeisternden Palazzo di Venezia mit mehreren Stockwerken, vielen Säulen und Statuen, dem Pantheon, Piazza Navona mit drei schönen Springbrunnen, natürlich dem Trevi-Brunnen, voll wie beim Volksfest!
Wir haben fast 22.000 Schritte (ca. 15 km) zurückgelegt, die Füße brauchen jetzt dringend Erholung!
Morgen werden sie "nur" zum Radeln gebraucht!
Mittwoch, 28. Mai 2025
1. Besichtigungstag Rom
2. Übernachtung in der Unterkunft: "La Casita"
Da wir keine Lust auf lange Warteschlangen vor den Sightseeing-Objekten haben, schauen wir mal ins Internet. Dabei geht es in erster Linie nicht: was wollen wir sehen, sondern: wo gibt es kurzfristig Karten. Beide waren wir schon mehrfach in der Stadt, also müssen wir nicht alles "abarbeiten". Für Museen ist die Zeit eher zu kurz. Die Vatikanstadt und die Kirche (Santa Maria Maggiore), wo Papst Franziskus' Grabstätte ist, möchten wir uns ansehen. Die Kirchen sind kostenfrei, beim Petersdom ist ein Obolus für den Besuch der Kuppel und der Gruft, wo viele Päpste ihre Grabstätte haben, fällig. Im Internet gibt es viele Kombi-Angebote, kaum überschaubar, und fast alle mit Führung oder Audio- Guide, dementsprechend teuer. Wir buchen eine Führung durch den Dom inclusive aller Eintrittsgelder und ohne Wartezeit.
Das hat sich wirklich gelohnt; wir erleben eine gut gebildete Führerin, die auch interessante Nebengeschichten zu erzählen weiß. Dank Kopfhörer ist sie gut zu verstehen in dem Gewühl! Bevor wir den Dom betreten, gehen wir an vielen riesigen Säulen in zwei Reihen vorbei, jede mit ca. 120 cm Durchmesser und 16 m? hoch. Insgesamt finden sich in/an der Kirche ungefähr 800! Säulen.
Der Petersdom, der längste der Welt!, ist wirklich sehenswert! Das Hauptschiff zeigt in weiter Ferne das leuchtende Auge Gottes, darunter ein riesiger Thron, der aber nur Symbolcharakter hat und nie von einem Papst "besetzt" worden ist.
Im Innenraum mit den drei Seitenschiffen gibt es 45 Altäre, alle mit eigenem unterschiedlichen Charakter. Die Bilder sind fast alle ganz kleinteilige Mosaiken, was man erst auf den zweiten Blick erkennt. So bleiben die Bilder dauerhaft erhalten und dunkeln nicht nach.
Unterhalb der großen Kuppel, die nach Entwürfen von Michelangelo erbaut wurde (1547), befindet sich der Papstaltar. Der Architekt/ Künstler Bernini hat ihn als Bronzebaldachin bauen lassen. Direkt darunter soll das Grab des hl. Petrus liegen, allerdings zwei Stockwerke tiefer. Auf dem Areal befand sich ein großer Friedhof, bevor der Dom dort errichtet worden ist. Kaiser Nero hat damals viele Christen kreuzigen lassen, unter ihnen Petrus und Paulus, die dort beerdigt worden sind.
Viele Päpste haben ihre Grabstelle in der Gruft unterhalb des Domes. Einige sind als Statue nachgebildet, die meisten sind mumifiziert worden und liegen in Glassärgen mit einer Gesichtsmaske. Auch "unser" Benedikt XVI (Ratzinger) hat dort (nur) eine Grabplatte.
Später geht es in die Domkuppel. Es sind über 500 Stufen zu bewältigen - wir entscheiden uns für die "sparsame" Variante: die ersten 200 Stufen mit dem Lift! Und dann bekommen wir den göttlichen Atem, über 300 Stufen mit nur zwei Verschnaufpausen. Nach einer breiten Treppe werden die Stufen immer schmaler, die Innenwand schräger, so dass man sich zur Seite beugen muss. Den Höhepunkt bildet eine ganz enge Wendeltreppe mit einem Seil in der Mitte für besseren Halt. Das ist nichts für jeden, besonders nicht für Personen mit Klaustrophobie Ängsten!
Oben haben wir einen phantastischen Ausblick! Die Kuppeln des Petersdomes, den Petersplatz, den Tiber mit seiner Windung, in der Ferne das Pantheon, Kolosseum, die Engelsburg, welche als Luxus - Gefängnis für Monarchen oder als Rückzugsraum für Päpste bei einem Angriff diente. Die Einschusslöcher in der Außenwand hat der letzte Papst Franziskus schließen lassen - wir wollen eine friedliche Zukunft und die kriegerische Vergangenheit "begraben".
Plötzlich ist es schon 18 Uhr! Wir haben sooo viel gesehen und sind rechtschaffen müde. Auf dem Heimweg mit der Metro gibt es noch ein Gelati! "Zu Hause" wird gekocht und die Waschmaschine gestartet, keine Handwäsche der Slips heute!
Urbi et Orbi haben wir verpasst und auch keine Audienz vereinbart. aber es war ein sehr gelungener Tag!
Dienstag, 27. Mai 2025 19. Radltag
Palermo - Rom: 1212 km, 10750 hm
Aprilia -Rom : 43 km, 340 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "La Casita"
Wetter: 26 Grad, sonnig/ teils leicht bewölkt
Montag, 26. Mai 2025 18. Radltag
Terracina - Aprilia : 84 km, 270 hm
Übernachtung in der Unterkunft: "Comó Exclusive"
Wetter: 23 Grad, sonnig
Sonntag, 25. Mai 2025 17. Radltag
Castel Volturno - Terracina: 96 km, 370 hm
Übernachtung in der Unterkunft:
"Villa degli Squali Suite Home"
Wetter: 22 Grad, sonnig, 25 km/h Westwind
Heute sind wir schon früh hoch. Eine lange Strecke wartet auf uns.Wir sind froh, aus den vorstädtischen Straßen herauszukommen, auch wenn wir auf der Nationalstraße fahren müssen. Es gibt nicht so viel Verkehr, oft haben wir einen Streifen am Rand. Die Kornfelder sind schon abgeerntet, unter großen Zelten reifen verschiedene Früchte. Melonen, Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Sellerie, usw. sehen wir auf den Feldern. Es gibt viele Olivenbäume und Weinstöcke links und rechts. Die Straße ist unterschiedlich „gut“. Da! Ein Radweg ! Wir fahren rüber, und warum drängt sich der alte Song auf „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“ Ach ja, ja, der Refrain: Ratta, Ratta, Rattatatata…
Der Weg ist mit grobem Beton aufgeschüttet und wohl nur mit der Harke verteilt worden. Schleunigst geht’s zurück auf die Fahrbahn. Die Küste und viele Strände liegen links von uns, vorbereitet auf die Saison mit Sonnenschirmen und mit Liegestühlen. Es ist Wochenende! Das merkt man auch an den vielen Motorradfahrern, die jede Lücke nutzen und meistens mit einem Affenzahn angebrettert kommen.
Eine leckere Pause mit Latte Macchiato, Croissant und frischen Erdbeeren nutzt Helmut, um seinen Akku nachzuladen. Wir finden eine einladende Unterkunft direkt am Strand, deshalb schrammen wir dicht an den ersten 100 Tageskilometern vorbei! Ein Bad rundet den Abend ab!
Samstag, 24. Mai 2025 16. Radltag
Pompeji - Castel Volturno: 71 km, 360 hm
3 stündiger Besichtigungsstopp im Archäologiepark Herculaneum in Ercolano
Übernachtung in der Unterkunft "La Vela"
Wetter: 24 Grad, überwiegend sonnig
Freitag, 23. Mai 2025 2.Ausflug mit dem Zug von Pompeji nach Neapel
Unterkunft: Domes Annae
Welch ein Tag! Eine Stadt voller Emotionen, das Endspiel um die Fußball-Meisterschaft der Seria A steht an! Die ganze Stadt geschmückt, überall die hellblauen Trikots mit „Buitoni“ - Werbung vom SSC Napoli.
Aber das für uns Wichtigste: Das archäologische Museum! Gestern war die Barockkirche „Gesù Nuova“ schon geschlossen, eine der schönsten Italiens. Sie liegt im gleichen Stadtteil wie das Museum und hat heute geöffnet. Wir sind nicht enttäuscht, wir müssen sie gesehen haben. Von außen gar nicht als Kirche erkennbar, da die Kuppel in der Mitte liegt, und der Platz von einem aufragenden Denkmal beherrscht wird.Die romanischen Bögen des Daches wiederholen sich in den Seitenschiffen. Bögen und Säulen sind mit Ornamenten bemalt, dazwischen Bilder der biblischen Geschichte. Im Hauptaltar zwischen vier Säulen „schwebt“ Maria als Statue, Engel schauen zu ihr auf. Das große Kreuz und Leuchter sind vergoldet. Es gibt zwei gegenüberliegende Orgelregister.
Dann geht es zum Museum, dessen Besuch uns von neben uns wohnenden älteren Archäologenehepaar sehr empfohlen werden ist; wir wären aber sowieso hingegangen.
Welch ein Auftakt! Gleich nach dem Eingang empfangen uns die Standbilder Pferd und Reiter aus Marmor und aus Bronze in Lebensgröße, komplett erhalten. Danach gibt es einige Statuen von Herrschern und Gottheiten, es begegnen uns Herkules und Achilles, Titus und Travian, Aphrodite und Demeter, aber auch Darstellungen unbekannter Frauen und Männer.
Der Aufstieg in das höhere Stockwerk wird von einem riesigen steinernen Löwen bewacht. Für das ganze Museum braucht man mehr als einen Besuch, so haben wir uns auf die Ausstellung der Ausgrabungen von Pompeji beschränkt.
Es gibt ein Modell der ganzen Stadt nach der Zerstörung und einen Film, wie die einzelnen Schichten der Vulkanasche seit dem 18. Jhdt. freigelegt worden sind. Unglaublich, welche handwerks- und bildnerische Kunst vor 2000 Jahren schon bestand! Durch die Asche ist alles gut konserviert worden. Es gibt Glasschüsseln und -flaschen, Keramikgefäße und eiserne Kochgeschirre, Türschlösser mit Schlüsseln! Rüstungen und Waffen, wie wir sie aus Filmen kennen. Unvorstellbar, welche tollen Gemälde mit unterschiedlichsten Darstellungen erhalten sind, und Mosaike als Bilder, Muster oder Fußbodenmosaik. Am besten schaut man sich das selbst an!
Wir müssen durch die Altstadt zurück zum Bahnhof Garibaldi, also einmal quer durch. Das ist eine Tour durch eine Stadt im Ausnahmezustand!!! Die „Blauhemden“ beherrschen die Stadt, es wird getanzt und gegrölt, Pressluftfanfaren machen Ohrenschmerzen, es gibt laute Musik, und die Massen schieben sich durch die Straßen, durch die auch noch Motorroller durchflitzen.
Wir hatten überlegt, bis nach dem Spiel zu bleiben, um mit den Napolitani die Meisterschaft zu feiern, aber das wäre zu spät geworden. Es geht also gegen 20 Uhr nach Hause, denkste!!!
Die Bahn streikt, unser Zug gecancled. Nicht 19.57 Uhr , nicht 20.27, doch 20.57 Uhr…neee, auch nicht. Einige auch betroffene Spanierinnen raten uns, zur Info zu gehen - ob die noch auf hat?
Claro, Feierabend, aber am Schalter bekommen wir ein Ticket einer anderen Zuggesellschaft. Von Pompeji Scavi müssen wir zwar noch einen 2,5 km Fußweg machen, kommen aber wenigstens an. Das Spiel ist jetzt zu Ende, Napoli flippt total aus mit Bengalos und Feuerwerk, aber auch in Pompeii ist stundenlanges Feuerwerk gehortet worden- alles muss in die Luft!
Glückwünsche an Napoli!
Donnerstag, 22. Mai 2025 Ausflug mit dem Zug von Pompeji nach Neapel
Unterkunft: Domes Annae
Gestern einen sehr lohnenden, aber anstrengenden Tag in Pompeji gehabt, heute nicht weniger anstrengend ein Sightseeing- Tag in Neapel. Mit der Bahn kommt man in ca. 40 Minuten von hier nach Napoli.
Es ist eine sehr laute und chaotische Stadt, besonders was den Verkehr angeht. Jede(r ) fährt, wie man will und nutzt jede Lücke. Vorfahrt? Kenn ich nicht, ich bin immer vorn! Eine große Straße überqueren? Null Problemo, bei einer kleinen Lücke einfach losgehen.
Napoli hat arme und verslumte Viertel, es gibt viele kleine Geschäfte mit verschiedensten Angeboten. Im Reiseführer steht, dass Neapel die höchste Bevölkerungsdichte Europas aufweist, die ihren Tribut fordert…
Wir gehen durch DIE Touristenstraße von Tribunali, ein Geschäft neben dem anderen und Straßenverkauf: Kitschmagnete, Nippes-Schmuck, Keramik; viele kleine Restaurants und Imbisse. Ganz heftig wird ein Kult mit dem „Halbgott“ Maradona getrieben. Magnete, Bilder, Socken, Tücher und Fähnchen mit seinem unterschiedlichen Konterfei werden feilgeboten. Dazu kommen Straßenverkäufer für Sonnenbrillen, Handtaschen, Handyhüllen. Es gibt auch viele künstlerisch-handwerkliche Stände, wo Schmuck oder Kunstgegenstände vor Ort gefertigt und verkauft werden. Es ist überall sehr laut vom Verkehr und den Leuten.
Ruhe finden wir in den Kirchen; sie sind ganz unterschiedlich im Baustil und Einrichtung. Besonders gefallen hast uns die Santa Chiara. Links und rechts werden die Seitenschiffe durch Bogenarkaden abgetrennt. Dahinter sind Heilige als Plastik oder Bild mit ihren Lebensläufen und Daten dargestellt. Besonders schön ist die Darstellung von „Schneewittchen im Glassarg“; natürlich ist hier eine jung verstorbene Adelige gemeint.
Wir haben ein Ticket für eine Hop On - Hop Off Bus- Rundfahrt gebucht. Der Bus bringt uns ein Stück weiter, wir entdecken die Stadt aber doch überwiegend zu Fuß und fahren dann einmal den gesamten Rundkurs mit Erklärungen ab. Wir sehen interessante Bauten, Paläste, Kirchen, Burgen, die erklärt werden. Daneben besonders in Wassernähe sehr schöne mit Stuck und Säulen verzierte Wohnhäuser, und dann geht es an der Küste entlang, in Sichtweite das Maradona-Stadion, wo am Freitag die Fußball Meisterschaft gegen Inter Mailand ausgetragen wird. Die Stadt ist mit hellblauen Bändern, der Farbe des SSC Napoli, geschmückt. Wir drücken die Daumen - den Plan, bis zum Spielende in Neapel zu bleiben, haben wir aufgegeben, da erst um 20.45 Anstoß ist. Wir fahren am Geburtshaus der Sophia Loren vorbei (Erinnerung an Jugendträume!) Und machen am Ende einen Fotostop; wir haben einen Blick auf Neapel, den Vesuv, Salerno und sehen Capri (ohne rote Sonne).
Wir enden am Hafen, wo zwei riesige Kreuzfahrtschiffe liegen, und machen uns auf den Weg, noch einmal durch die verwinkelte Altstadt mit schmalen Gassen, wildem Verkehr und vielen Geschäften bis zum Bahnhof Garibaldi (Freiheitskämpfer im 19. Jhdt.). Vorher nehmen wir im phantastischen Einkaufszentrum „Galeria Umberto“ einen Latte Macchiato unter toller Kulisse zu uns. Das riesige Gebäude mit verschiedenem Stuck und Säulen und Verzierungen an Wänden und Giebeln ist ab 1890 gebaut worden. Die Decke eine Stahlkonstruktion mit Glas, wie wir es von einigen Bahnhöfen der 1920ger Jahre kennen. Der Fußboden ist mit unterschiedlichsten Mosaikbildern verziert. Es ist ein faszinierendes Schmuckstück der Stadt!
„Zu Hause“ in unserer Unterkunft in Pompeji (wir haben sie für vier Nächte gebucht) erstmal Schuhe aus -wir haben über 12 km Fußweg hinter uns!
Mittwoch, 21. Mai 2025 Ausflug ohne Räder ins historische Pompeji (ca 9 km zu Fuß)
Übernachtungen in der Unterkunft "Domes Annae B&B"
Wir gehen zurück in das Jahr 79 nach Christus. Der Vulkan Vesuv bricht aus und verschüttet u.a. die Stadt Pompeji. Fast alle 2000 Menschen in der Stadt sterben, in den umliegenden Regionen weitere 14.000. Viele der zum großen Teil prunkvollen Häuser mit vielen Mosaiken und Wandmalereien sind unter der bis zu 25 m hohen Ascheschicht konserviert und sind seit dem Ende des 18. Jhdts. ausgegraben worden.
Heute erwartet uns also eine Stadt, wie sie vor fast 2000 Jahren bestanden hat. René war schon einmal vor fast 40 Jahren hier, hat aber nur noch rudimentäre Erinnerungen. Wir stehen früh auf und nehmen Proviant mit. Von unserer Unterkunft sind es nur 15 min. Fußweg, deswegen bleiben die Fahrräder im Innenhof. An der Kasse überbrücken wir die Zeit mit einem Gespräch mit einem argentinischen Paar. Kurz nach dem Eingang erwartet uns das große Amphitheater mit bis zu 20.000 Plätzen!, leider wird dort gebaut und wir können es nicht betreten. Daneben sind noch die Säulen des angrenzenden großen Palastes mit einem 23x35m großen Pool- hier wurden junge Bürger intellektuell und körperlich trainiert.
Den meisten Häusern fehlt das Dach, welches durch die einschlagenden Gesteinsbrocken, später durch verrottende Holzbalken zusammengefallen ist. Wir sind erstaunt über die vielen gut erhaltenen Wandmalereien, deren Farben auch nach so langer Zeit noch brilliant erhalten sind. Aus gefundenen Schriftdokumenten konnten viele Häuser ihren BesitzerInnen zugeordnet werden; deren Reichtum und dessen Erwerb wird ebenfalls beschrieben. Es gibt viele Straßenzüge, die mit großen flachen Steinen befestigt sind, für uns aber Stolperfallen, wenn man nicht aufpasst. Der "Bürgersteig" an beiden Seiten ist ca. 30 cm hoch; um die Straße überqueren zu können, muss man gut zu Fuß sein, oder an vielen Stellen den "Zebrastreifen" benutzen. Das sind drei große rechteckige Steine ca. 50x80 cm, die das Queren mit großen Schritten ermöglichen. Die Pferdefuhrwerke und Kutschen nehmen diese Steine zwischen die großen Räder; viele Fahrrillen sind erkennbar. (Bild) Links und rechts sind die gut erhaltenen Ruinen der Häuserzeilen zu sehen; einige kann man betreten und die Räume und oft den Innenhof ansehen.
In einem großen Gebäude sind kleine Alltagsgegenstände und Schmuckstücke ausgestellt, die mit unglaublicher Perfektion hergestellt worden sind. Die Rolle "Hausfrau" als Managerin des Haushalts und der Sklaven und Sklavinnen, oft auch Prostituierten wird beschrieben. Es gibt Bäckereien, deren gemauerte Öfen wohl als Vorbild für heutige Pizzaöfen dienen und Wäschereien. Bei der Arena gibt es viele Verkaufstresen für Gerichte und Getränke, die mit bunten Fliesen hygienisch ausgestattet sind.
Natürlich drängt sich immer wieder die Frage auf, wie die armen Menschen der Stadt gelitten haben mögen. Besonders, wenn man die Abformungen von Leichen sieht. Es sind Hohlräume entstanden, als die menschlichen Körper verwest sind. Diese wurden mit Gips ausgegossen und stellen ein realistisches Abbild der Körper dar.
Das ganze Areal ist riesig, so dass ein Tag nicht ausreicht um alles zu sehen, zumal die Orientierung nach Plan nicht ganz einfach ist. Es ist aber ein unvergleichliches Erlebnis, sich einmal die Welt von vor 2000 Jahren vorzustellen!
Dienstag, 20. Mai 2025 15. Radltag
Amalfi - Pompeji: 51 km, 650 hm
Übernachtungen in der Unterkunft "Domes Annae B&B" für 3 Tage !!
(von Pompeji machen wir auch Ausflüge nach Neapel)
Wetter: 21 Grad, teils sonnig, teils bewölkt mit etwas Regen
Montag, 19. Mai 2025 14. Radltag
Salerno - Amalfi: 26 km, 380 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Hotel Bellevue"
Wetter: 22 Grad, sonnig
Wir fahren in einem moderaten Bergauf und Bergab an einer der schönsten Küsten Italiens, der Amalfi-Küste, entlang. Ganz oft hält der eine oder der andere an, um die schöne Aussicht zu genießen und sie in ein paar Fotos festzuhalten. Huch! - wir sind ja schon da: Im Sehnsuchtsort für Viele: AMALFI!
AMALFI- die Stadt der ZITRONEN !! (zum Teil so groß wie Pampelmusen)
Wunderschön gelegen, teilweise in die Berge gebaut, deren Spitzen von Wolken umgeben sind. Die Straßen sind eng, der Verkehr dicht, jeder will der/die Erste sein, besonders die schweren Motorräder und großen Motorroller. Engstellen werden von der Polizei geregelt, auch an einigen Zebrastreifen muss der nicht enden wollende Menschenstrom unterbrochen werden. So hatten wir uns den Ort mit gerade einmal 4650 Amalfiti nicht vorgestellt. An dem Anleger, der Küstenstraße und den an der Kathedrale vorbeiführenden Touristenstraßen ziehen unvorstellbare Menschenmassen vorbei, vergleichbar mit dem Hamburger Hafengeburtstag oder Münchner Oktoberfest. Neben vielen Pauschaltouristen gibt es ganze Schulklassen und Reisegruppen, die einem Fähnchen oder Schirm folgen. Es scheinen alle Nationalitäten vertreten zu sein, viele sprechen englisch und kommen von weit her. Wir haben wohl ein Alleinstellungsmerkmal: Jaaa, mer san mitn Radl da! In unserem Hotel werden wir sehr freundlich aufgenommen, die Räder können in der Garage geparkt werden; mit dem Zimmer, leider ohne Meerblick (aber das wussten wir vorher!), sind wir gut zufrieden. Unser Plan wird umgesetzt: Kurz ins "Dorf" radeln, die Kathedrale aus dem 11. Jhdt. mit berühmter Krypta besichtigen, den Ort ansehen, und dann noch an den Strand - Badezeug ist dabei!
Die Anlage der Kathedrale ist einzigartig, jahrhundertealte Wandgemälde sind z.T. noch sehr gut erhalten. Die unterirdische Krypta begeistert durch viele Säulenbögen, die mit Intarsien ausgelegt sind, und Deckengemälden. Den Mittelpunkt bildet ein "Altar" mit der bronzenen Figur des Heiligen Andreas, dessen Grabstätte mit Reliquien von ihm diese Krypta ist. Sie hat starke Ähnlichkeit mit der des hlg. Matthias in Salerno. Der Dom ist trotz der vielen Touristen nicht überlaufen.
In den Einkaufsstraßen herrschen Geschäfte mit den landestypischen Dingen wie Keramik, Schmuck und Mode und Nippes vor. Sehr viele Gelaterias, die u.a. Eis in gefüllten riesigen Zitronenhälften verkaufen (10 €), und sehr viele Restaurants. Dann geht es an den kleinen Strand, gut besucht; René erstmal in die Sonne, Helmut gleich ins Meer. Nach einer Stunde dann Aufbruch zur Suche nach einem Restaurant, was leicht war. Dort haben wir ein älteres US- Ehepaar als Gesprächsnachbarn. Der Rest des Abends geht drauf mit Orga und Blog.
Bonna Notte!
Sonntag, 18. Mai 2025 Pausetag in Salerno
Übernachtung in der Unterkunft "Affittacamere Central Concordia"
Wetter: 21 Grad, sonnig, nachmittags heftiger Wind
Radpflege : Kette und Umwerfer ölen, Helmuts Rad benötigt neue Bremsbeläge (hinten)
Heute (Ruhetag!) ist richtig Ausschlafen angesagt! Unser Programm: Fahrräder überprüfen und pflegen, bei Helmuts Radl die Bremsbeläge erneuern. Das Wetter ist sonnig, aber ein kalter Wind. Dann lieber erst die schönen Plätze der Stadt besichtigen! Bei (angesagtem) Regen kann man immer noch die Räder machen.
An der "Hafenstraße" kommen uns viele RadlerInnen, groß und klein, entgegen - es ist ein Fahrrad-Demo-Tag, veranstaltet von Peugeot... :-)
Es ist unglaublich was los auf den Straßen. Eine Gruppe junger Frauen (Junggesellinnenabschied: so ein Wort gibt es wohl nur im Deutschen!) kommt uns entgegen. René bittet um ein Foto, dem kommen die Mädels gerne nach. Wenig später bekommt René eine Girlande umgehängt und die Braut in spé möchte ein Foto - aber gerne doch! Auf unserem weiteren Weg in die höher gelegene Stadt kommen wir durch Parks und belebte Piazzas. In einem Park werden Spiele für Kinder an verschiedenen (selbst gebauten?) Stationen angeboten und von diesen begeistert angenommen.
Wir kommen zur Kathedrale, von der wir gestern nur den Innenhof gesehen haben, weil wir zu spät dran waren. Der Besuch lohnt sich! Das Mittel- und die beiden Seitenschiffe mit den Apsiden sind so detailreich, dass man sich in den Einzelheiten verliert. Sowohl die Malerei als auch die vielen Figuren z. B. an den Kapitelen der Säulen sind einzigartig. Geht man die Treppe nach unten, in die Krypta, kommt man in einen riesigen Raum voller Säulen mit herrlichen Intarsien und biblischen Gemälden an den Decken. Diese Räumlichkeit ist dem heiligen Matthäus gewidmet. Die Geschichte der Kathedrale reicht bis ins 12. Jhdt. zurück.
Zurück "zu Hause" widmen wir uns den Fahrrädern. Am Abend sind wir stolz auf uns: Fast 13.000 Schritte! ... und morgen geht's nach Amalfi, der Berg ruft :))
Samstag, 17. Mai 2025 13. Radltag
Paestum - Salerno: 36 km, 60 ! hm
Übernachtung in der Unterkunft "Affittacamere Central Concordia"
(mit Kochherd und Waschmaschine :-))
Wetter: 21 Grad, sonnig, heftiger Wind
Freitag, 16. Mai 2025 12. Radltag
Pisciotta - Capaccio Paestum: 71 km, 710 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Lume Laura Rooms"
Wetter: bis 12 Uhr Regen, 18 Grad und heftiger Wind, nachmittags sonnig
Frühstück inclusive, bisher immer ein Latte macchiato und ein süßes Hörnchen (Schoko, Crema, Pistazie), doch bei Luigi in der alten Mühle gibt es viel mehr: Müsli, Tomate + Mozzarella, gekochte Eier, warme Brötchen usw.
Fertig gepackt, schleppen wir unsere Taschen mit langen Armen 133 Stufen nach unten. Luigi kommt mit, in der Nacht ist ein Auto in sein Garagentor gefahren, wir kriegen es nicht ohne Hilfe auf. Mit drei Mann und Hammer und Meißel werkeln sie herum, fast eine Stunde. Endlich geht es auf, wir bekommen unsere Fahrräder, und es beginnt zu regnen. Blöd, wir fahren nach oben ins Dorf und wollen bei einem Cappuchino abwarten. Dann ziehen wir doch die volle Montur an: Jacke, Regenhose, Gamaschen, Überzieher fürs Gepäck und fahren los. Der Erfolg? Nach kurzer Zeit hört der Regen auf.
Er kommt auch nicht wieder, und wir fahren stetig bergauf, bergab, bergauf...genießen die schönen Ausblicke und erfreuen uns an der bunten wilden und gepflanzten Blütenpracht auf dem Weg. Wir kommen ins Schwitzen und ziehen die Regenklamotten aus. In manchen Dörfern gibt es wieder verlassene Häuser und Ruinen, andere sind gepflegt mit schönen Vorgärten. Es weht eine steife Brise, die immer mehr auffrischt. Am höchsten Punkt, im Ort Rutino (410 m), legen wir eine kleine Pause ein. Danach gehts 400 Höhenmeter bergab! Wir müssen auf die Überhitzung der Bremssysteme achten. Ganz unten am Strand gibt es eine Esspause, und wir beschließen, uns die antiken Tempel in Paestum anzusehen.
Wir sind begeistert von der Stätte mit drei gut erhaltenen Tempeln der Griechen von vor 500 Jahren vor Christus. Jetzt brauchen wir noch eine Unterkunft : schnell bei Booking gefunden und gebucht, es gibt aber große Probleme, sie wirklich zu finden. Endlich kommen wir 20 Uhr an - für heute reicht es wirklich!
Wenn euch unser Blog gefällt, freuen wir uns über eine kleine Rückmeldung! Gute Nacht!
Donnerstag, 15. Mai 2025 11. Radltag
(eigentlich ein Pausetag- wir wollten die Unterkunft wechseln, um eine Kochgelegenheit zu haben)
Palinuro - Pisciotta: 15 ! km, 250 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Casa Sul Blu Albergo (ehemalige Ölmühle)"
Wetter: ab 12 Uhr Regen, 19 Grad
Mittwoch, 14. Mai 2025 10. Radltag
Maratea - Monte San Biagio (Christusstatue) - Palinuro: 71 km, 990 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Villa delle Muse (Musikhaus)"
Wetter: sonnig 19 Grad
"Das ist die Attraktion der Gegend, einmalig, solltet ihr unbedingt ansehen", rieten uns Schweizer Mitbewohner in Scalea. Es ist klar, es geht steil auf die Bergspitze- aber gut gefrühstückt mit Latte Macchiato und einem süßen "Cornetto" und zwei gut gefüllten Akkus machen wir uns auf den Weg. Noch ein paar hübsche Bauten in Maratea angesehen, ein kurzer Blick in die schlichte Kirche, und schon geht's nach oben. Auf uns warten diverse Serpentinen und Haarnadelkurven! Zwischendurch ein kurzer Halt, der Ausblick von oben ist grandios! Nach 30 Minuten kommen wir bei der Christusfigur an, die ähnlich wie die Cristo Redentor (Christus, der Erlöser) Statue in Rio de Janeiro ist, jedoch kleiner: 21 Meter hoch, gebaut 1963 bis 1965, 40 Tonnen schwer - sie macht schon einen gewaltigen Eindruck, der "Aufstieg" hat sich gelohnt! Wir verbringen reichlich Zeit mit dem Blick in die umliegenden Berge, dem felsigen Küstenstreifen, freuen uns, die Tunnelausfahrt der Bahn entdeckt haben, wo wir am Tag zuvor herausgekommen sind. Einige Zeit noch die Ruhe genießen, und dann geht's wieder nach unten - Kraftaufwand jetzt nur in den Händen vom Bremsen!
Wir haben uns noch kein Tagesziel vorgenommen, da wir den Zeitaufwand vom Christus-Ausflug nicht absehen konnten. Es geht Richtung Norden auf der Bundesstraße, wir besuchen die Hafenstadt Sapri und bewundern eine Frauenstatue am Hafen. Unser Navi zeigt uns immer wieder alternative Routen, die aber (nicht absehbar, wenn man nicht ins Höhenprofil schaut) extrem schwierig sein können. Wir lassen es dann doch auf einen Versuch ankommen. Nach einiger Zeit geht es steil bergauf, nach der nächsten Kurve noch steiler (ca.10%) - das muss doch mal eine Ende haben!!! Leider nicht, schließlich müssen wir absteigen und schieben, trotz leichter Motorhilfe (Schiebemodus) sind wir fix und fertig. Wie soll es weitergehen?
Von unten quält sich ein Radfahrer hoch, es ist Hamish aus Australien, ein junger Kerl, der ohne "E" unterwegs ist. Wir haben ein nettes Gespräch, er fährt weiter, und wir - nun ausgeruht - folgen ihm. Bis zum Scheitelpunkt fehlen uns noch 230 Höhenmeter, die wir aber gut schaffen. Dann geht's wieder lange bergab, es wird kälter, also nix mit einem Bad, und wir landen schließlich zum Übernachten im House of Music, einer hübschen Unterkunft mit einer netten Eigentümerin.
Wir planen den nächsten Tag und schlafen hervorragend!
Dienstag, 13. Mai 2025 9. Radltag
Scalea - Maratea: 55 km - 12 km mit der Bahn, 780 hm
Übernachtung in der Unterkunft "B&B Dal Maestro"
Wetter: vormittags sonnig 19 Grad, ab 15:30 Uhr Regen
Montag, 12. Mai 2025 8. Radltag
Amantea - Scalea: 97 km , 660 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Residence Kalispera"
Wetter: sonnig, 19 Grad
Sonntag, 11. Mai 2025 Ruhetag
Spaziergang durch Amantea
Übernachtung in der Unterkunft "Dimore Morelli"
Wetter: vormittags Regen (bis ca 13 Uhr) , danach bewölkt bzw. sonnig, max. 21 Grad
Der Tag fängt ja gut (es regnet!) an, so checken wir im Bett unsere Handys und Fotos, heute ist ja RUHETAG! Geplant war: Amantea ansehen ( Kirchen, Burg, Straßen...) und mindestens zwei Stunden am Strand und rein in die Fluten. Bei dem Wetter macht das alles keinen Sinn, aber, think positive, wir müssen nicht im Regen radeln!
Gegen Mittag verziehen sich die Wolken, es gibt ein paar Sonnenstrahlen, also auf in die Stadt!
Wir müssen Straßen und Treppen nach oben; es gibt tolle Ausblicke auf die Stadt, das Meer, in der Ferne im Dunst die Vulkaninsel Stromboli, und ganz oben die Burganlage. Da wollen wir nicht hin, der Aufstieg - es ist Ruhetag! Ein Eiscafé auf dem Weg können wir nicht ignorieren, und dann führt uns der Weg, bebildert mit Kunstobjekten, immer weiter nach oben. Wie schön, was einige Leute aus ihren teilweise verfallenen Häusern mit Pflanzen und Accessoires gemacht haben! Links und rechts zweigen Gänge und Treppen ab, so stellt man sich ein italienisches Bergdorf vor!
Nun können wir auch gleich noch ganz nach oben zur Burgruine. Zu allen Seiten entfaltet sich eine wilde gelbe, rosa und lila Blütenpracht!
Die Burganlage stammt aus dem 13. Jhdt., die Kirche gegründet von den Franziskanern. Wir treffen eine Gruppe junger ArgentinierInnen und tauschen uns aus. Dann geht's an den Abstieg auf der anderen Seite, denn wir wollen noch den Strand ansehen. Hier ist viel vorbereitet für die Touristen; am Strand befinden sich Liegen und Sonnenschirme, ein Kinderspielplatz. Wir wünschen dem Ort viele Besucher im Sommer!
Kurz noch eingekauft, "zu Hause" frisch machen, dann ein Restaurantbesuch. Auf dem Heimweg gehen wir durch die Fußgängerzone. Viele Boutiquen offen, Bars und Cafés, eines mit Live-Musik! Vielleicht gibt es zum Muttertag ein hübsches Kleid oder ein heißes Dessous?
Die Tour für morgen ist geplant- heute kommen wir früh zum Schlafen!
Samstag, 10. Mai 2025 7. Radltag
Mileto - Amantea: 83 km , 340 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Dimore Morelli"
Wetter: sonnig, 21 Grad, Westwind bis 15 km/h
Freitag, 9. Mai 2025 6. Radltag
Mileto - Tropea - Mileto: 61 km , 1070 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Sonia e Alessia"
Wetter: teils regnerisch, ca 17/ 19 Grad
Nun haben wir auch noch von A. den Hinweis bekommen: Tropea unbedingt anschauen! Wir können in unserem B&B bleiben, 5 € weniger als bei Booking. Es sind 30 km dorthin, zwar einige Höhenmeter (pro Richtung 550 hm), aber als Tagesausflug gut zu schaffen. Wir treffen Petra und Jörg, auch unterwegs mit dem E-bike, rund um Sizilien bis zu ihrem Auto in Neapel. Kurz vor Tropea vermisst René einen Handschuh, hat ihn hinten auf den Gepäckträger gelegt, wie kann man das nicht bemerken ohne das Teil? Egal, Helmut fährt in den Ort und lässt es sich gut gehen bei Milchshake und Café Latte, René radelt zurück (toll die große Steigung!). Die Erinnerung kommt, und nach 5 km zurück ist der Handschuh wieder gefunden!
In Tropea finden wir schnell zueinander, auch unsere Radler vom Vormittag setzen sich zu uns zum Austausch! Es fängt an zu regnen, der Wind kommt böig auf. Renés Badepläne fallen schon wieder ins Wasser, denn es wird richtig kalt! Wir schauen uns den Ort an, sehr schön die Wallfahrtskirche oben auf dem Felsen mit vielen Stufen bergauf. Es gibt viele schön renovierte Häuser, einige in den steil abfallenden Fels zur Küste hin gebaut. Von oben hat man einen schönen Blick zum Meer.
Tropea ist ein Touristenort, ein Restaurant neben dem nächsten. In der Saison muss hier richtiges Gedränge herrschen! Wir kehren noch einmal ein, aber der Regen bleibt. Dann eben im Regen "heim"! Bisher war die Regel: es regnet, Helmut zieht die Regensachen an, es hört auf zu regnen! Jetzt muss auch René umständlich Jacke, Hose und Gamaschen anziehen, und nun? Es hört auf zu regnen! Nach ein paar Kilometern kommt sogar die Sonne wieder hervor, und wir können uns "ausplünnen". Fazit: Es war ein lohnender Ausflug! (für René + 10 km)
Donnerstag, 8. Mai 2025 5. Radltag
Messina - Mileto: 80 km , 1110 hm (davon 6 km Fähre von Messina nach Villa San Giovanni)
Übernachtung in der Unterkunft "Sonia e Alessia"
Mittwoch, 7. Mai 2025 Ruhetag
Besichtigung von Messina
Heute können wir richtig ausschlafen, wir haben ein getrenntes Besichtigungs-Programm vor. René packt auch seine Badesachen ein (einmal auf Sizilien baden!).
Gemeinsam fahren wir zur Piazza Duomo mit der für ihr "Glockenspiel" berühmten Kathedrale: Punkt 12 läuten die Glocken, die Piazza ist voller erwartungsfroher Menschen, die zum Turm aufblicken. Da, der Löwe ganz oben bewegt sich und stößt ein lautes Brüllen aus, begleitet vom Applaus der Menge. Er brüllt noch 2x, und dann ist der Hahn darunter dran mit mehrerem herzhaftem Kikeriki! Nach einer Pause erklingt das schöne Ave Maria, die Friedenstaube fliegt, und die Figuren bewegen sich. Auf einer Ebene sind das Kind - Jüngling - Mann - Alter, auf einer zweiten die Apostel, Maria und Jesus. Diese werden je nach Jahreszeit bewegt. Dieser Besuch hat sich gelohnt, das Schauspiel ist einmalig und ist 1933 zum ersten Mal "aufgeführt" worden. Leider können wir den Dom nicht besichtigen, dafür steigen wir den Turm hoch . Auf den einzelnen Treppenabsätzen sind die Figuren und deren Hintergrund gut auch auf deutsch erklärt, und der Rundgang ganz oben öffnet den Blick über die Stadt.
An dem Welt - Wegweiser (Berlin 1604 km) gucken wir, welche Städte wir schon besucht haben: Helmut fehlen noch drei, René noch sieben von über 20! Wir sind auf der Suche nach antiken Stätten, können sie aber nicht finden. Dann trennen sich unsere Wege, René auf der Suche nach einem Badestrand, Helmut anderweitig...
Leider wird das mit Baden nix, es gibt nur Hafen und dahinter mit Betonblöcken gesicherte Küste. René fährt zu einigen sehenswerten Gebäuden, Fontanas (Springbrunnen), Theater, Kirchen. Bedauerlich und ärgerlich, dass keine einzige Kirche offen ist, nur am Vormittag. Das stand in keinem Reiseführer! René erfreut sich an den vielen schönen Gebäuden, in den Straßen der Altstadt reihen sich wunderschöne gut renovierte und vielseitige Wohngebäude mit hübschen Balkonen aneinander. René macht einen längeren Spaziergang durch die Straßen und genießt das "Flair" der Stadt, Helmut hat derweil eingekauft und bereitet am Abend ein leckeres Mahl.
Dienstag, 6. Mai 2025 4. Radltag
von Villafranca Tirrena an der Küste nach Messina: 40 km , 170 hm
2 Übernachtungen in der Unterkunft "Casa Stretto di Messina"
Montag, 5. Mai 2025 3. Radltag
Capo d´Orlando - Villafranca Tirrena: 91 km , 1220 hm
Übernachtung in der Unterkunft "B&B Tifeo"
Sonniges Wetter, ca 23 Grad
Nach einem vielseitigen italienischen (süßen) Frühstück mit viel Kuchen und Hörnchen, reichlich Café Latte im Innenhof mit Blick auf den grünen Garten machen wir uns auf den Weg. Unser Programm Komoot zeigt uns Abstecher über Dörfer an der Küste, doch gleich der erste führt uns vor der Nationalstraße so steil bergauf, dass René schieben muss. 50 kg 100 m bergauf mit enormer Steigung...hinterher pumpt er wie ein Maikäfer!
Die Nationalstrasse SS113 ist zum Glück wenig befahren, und so überlegen wir bei jedem Abstecher, doch lieber oben zu bleiben. In einigen Orten fallen uns in einigen Straßenzügen die vielen verfallenen Häuser auf, teilweise richtige Ruinen. Andere "bestechen" durch DDR-Charme der 90ger mit bröckelnden Fassaden und blätternder Farbe. Wir nehmen an, dass die Bevölkerung überwiegend sehr arm ist und sich eine Renovierung nicht leisten kann. Doch gibt es auch teilweise in direkter Nachbarschaft richtige Prunkstücke und schön aufgearbeitete Fassaden. Wir sehen nur wenige Einzelhäuser, auch in den Dörfern leben die Menschen größtenteils in Mehrfamilienhäusern oder auch großen Wohnblocks. Alle haben einen Balkon, und diese werden mit verschiedensten Blumen und Pflanzen geschmackvoll verschönert.
Der Reiz auf der Strecke besteht in der vielfarbigen Natur, wir erkennen wilden Spargel, wilde Möhren und... sieht aus wie ----Gurkenkraut? Helmut guckt in seine FloraApp, und es ist tatsächlich Borretsch! Wir haben noch nie so riesige Büsche mit Wandelröschen gesehen, blühenden Oleander und Hibiskus, Kapgeißblatt und viele andere, die wir nicht kennen. Überall gibt es Bäume mit reifen Orangen und besonders Zitronen. Ein Zitronenhain fasziniert durch den Kontrast der gelben Früchte mit dunkellila blühender Trichterwinde!
Die Fahrt ist wegen der vielen Steigungen sehr anstrengend, da entschädigt auch die lange Talfahrt kaum. Ein älterer Jogger kommt uns entgegen, er gestikuliert und wir verstehen "chiuso = geschlossen". Das wollen wir sehen, und wir fahren weiter bis die Nationalstraße tatsächlich vor einem Tunnel unüberwindbar gesperrt ist. Wir fragen an der Tankstelle, eine hilfsbereite junge Frau zeigt uns doch durchzufahren. Wir müssen dann mühsam über den Zaun, René lädt schon alles ab. Helmut fummelt an dem Vorhängeschloss herum, -ES IST OFFEN! Wir fahren froh ein, ein monotones Hammergeräusch wird immer lauter. An der riesigen hydraulischen Bohrmaschine bedeutet uns ein Mann: gesperrt, zurück!! Doch Helmut gibt nicht auf und argumentiert, denn die Alternative wäre der steile Berganstieg. Unsere Räder sind sooo schwer (50 kg), Akku ist fast leer, wir hätten direkt hinter dem Berg unser Appartement...wahrscheinlich hat Helmut dann von seiner Frau und den 6 hungernden Kindern erzählt, denn endlich durften wir doch durch. Ein großes Stück weiter kommt uns ein Auto entgegen, wir grüßen freundlich im Vorbeifahren, und 200 m weiter am anderen Ende der gesperrten Straße: ein großes Tor, verdammt, verschlossen! Über den Zaun können wir die Räder doch kaum heben! Da kommt der Autofahrer zurück, hat unsre Notlage erkannt und - die Erlösung - er schließt uns auf! Ja, so sind sie, die Italiener! Alle sind bisher freundlich und hilfsbereit!
Auf Empfehlung von Antonella (Unterkunft Sunrise Gastgeberin) machen wir uns auf den steilen Aufstieg (Fahrt) zur Klosterkirche Basilika Santuario Maria hoch auf dem Berg, doch unser eigentliches Ziel ist das antike griechische Amphitheater Patti Tindary und andere Überreste. Leider - wir haben's lange nicht mehr erlebt - am Montag haben (hatten) Museen weltweit GESCHLOSSEN! Ärger, aber wir sind nicht allein damit... Uns gelingt es einige Fotos über den Zaun zu "schießen".
Die weitere Strecke verläuft ohne Besonderheiten. Doch - halt! - kurz vor unserer gebuchten Unterkunft führt uns der Weg in die Pampa, Geröllwege und über einen Bach ohne Brücke und ersichtlichen Überweg (Komoot grüßt mit Überraschungen). Wat nu? Ein großer Junge auf dem Moped erklärt uns, hier müssten wir rüber, und wir finden eine halbwegs passierbare Stelle. Helmut kommt mit einem halben Nassfuß rüber, René zieht vorsichtshalber Schuhe und Socken aus. Bald darauf erreichen wir unsere Unterkunft, wo wir gleich unsere Räder zum Garten durchschieben können und wir mit einem Café Latte und der häufigen Frucht "Loquat" (sieht aus wie große Aprikosen) und Maulbeeren aus Nachbars Garten super freundlich von Rosy und Franco empfangen werden!
Sonntag, 4. Mai 2025 2. Radltag
Piane Vecchio - Cefalù - Capo d´Orlando: 84,5 km , 630 hm
Übernachtung in der Unterkunft "AL 136" (Booking Name)
Samstag, 3. Mai 2025 1. Radltag
Palermo - Piane Vecchio: 75 km , 390 hm
Übernachtung in der Unterkunft "Sunrise" (mit Küche)
Sonniges Wetter, max 26 Grad
Freitag, 2. Mai 2025
Besichtigung von Palermo : 5 km mit den Rädern , 8 km Spaziergang
2 Übernachtungen in der Unterkunft "La Cubba" (mit Küche)
Sonniges Wetter, max 25 Grad
Den ersten Tag haben wir für Palermo reserviert! Die Stadt ist sooo geschichtsträchtig, was sich in den alten Bauwerken niederschlägt. Von den vielen größeren und kleineren Kirchen stechen besonders die Kathedrale Maria Santissima Assunta und der Dom von Monreale hervor. Bei der Kathedrale kann man für verschiedene Abteilungen Tickets buchen, wir entscheiden uns zusätzlich zur sehr schönen Kathedrale für die Gräber der Normannenkönige Friedrich II, der Stauferkaiser, seine Mutter Konstanze und zwei weitere Gräber. Na ja, das hätten wir uns sparen können, zwei steinerne Särge, die anderen sind gesperrt. Gewaltig der Palazzo dei Normanni, im 9. Jhdt. von muslimischen Emiren erbaut, später zum Königspalast umgebaut. Es ist ein riesiges Gebäude, heute Sitz des Parlaments. Besonders gefallen haben uns die engen Straßen mit den schmiedeeisernen Balkonen, oft mit Blumen geschmückt. Es gibt mehrere Parks, unterschiedlich gestaltet. Gestaunt haben wir über die riesigen vielstämmigen Feigenbäume im Park Giardina Garibaldi. Die Stadt wimmelt von Touristen - es sind zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen und überall sieht man die geführten MSC - Gruppen.Morgen geht es dann zum ersten Mal auf die Räder...!
Helmut ist ja schon seit dem 12. April mit Christiane in Italien. Über Verona, Bologna und Cesenatico gelangen die beiden an den Zielort Riccione, wo Christiane ein Rennradtraining vom 21.bis 29. April mitmacht. Helmut darf sich diesen geführten Gruppen mit seinem S-Pedelec anschließen.
René fährt am 28. April früh mit dem Rad zum Hauptbahnhof HH (das Rad darf morgens nicht mit der U-Bahn mit) und ist lange vor der Abfahrt dort. Auf der Anzeige dann "es werden keine Fahrräder mitgenommen". Doch im Reisezentrum die Entwarnung : Der Zug fällt aus, es gibt einen (kürzeren) -Ersatzzug OHNE Fahrradabteil, doch Ihre 4 Räder (wir haben uns als in diesem Zug reisende RadfahrerIn bekannt gemacht ) kommen mit. Dejavú , wie letztes Jahr!!! Die Räder bekommen jeweils ein eigenes Abteil! René übernachtet in Fürstenfeldbruck im Haus von Christiane und Helmut.
Am 29. April geht es für René los ab München mit Verspätung von 50 Minuten, um Mitternacht ist er dann endlich in Bologna. Erleichtert fallen sich Helmut und René in die Arme, froh, dass bis hierhin alles geklappt hat!
Am nächsten Tag kommen René und Helmut von Bologna bis Rom mit Umstieg in Falconara Marittima (bei Ancona). In der Hauptstadt Italiens wird übernachtet - sightseeing wird auf die Rückfahrt verschoben. Ganz früh geht am 1. Mai schon der Zug ab Rom über Neapel nach Palermo. Gespannt verfolgen wir 8 Stunden später, wie der Zug geteilt wird und beide Hälften auf die Fähre nach Messina geschoben werden.
Juhu, knapp 12 Stunden Zugfahrt von Rom nach Palermo - ab hier soll es endlich mit den Rädern losgehen (kleiner Trost: Goethe hat bei seinem Besuch auf Sizilien einen Tick länger gebraucht!)


































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































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